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Das Handy und die Gleichheit des Konsums.

Mama ich werd Influencer. Ich habe es satt Follower zu sein. Mein Handy kann alles was die großen Handys können, obwohl es das Light Model des Spitzenmodels der Billigmarke der Premiummarke ist.  Ich kenn mich aus mit Technik. Ich habe alle Reviews gesehen und das neue #Piöng# schon hundert Mal ausgepackt. Schlichte Verpackung. Reduziert. Bauhaus. Aufs Wesentliche reduziert. Es kommt darauf an, was drin ist. Mama, aber lieber noch abwarten. Das neue Modell wurde schon angekündigt. Das kann dann auch #Klong#. Eine Revolution, sagt man. Ach Mama, ich werde glücklich sein, wenn ich all das in meinem Handy habe und es dir schenken kann. Dann wirst auch du glücklich sein. Wenn wir alles haben. Die ganze Welt. Mein erstes Video Mama, mache ich über mich. Und wir freuen uns, wenn die Dinge aus dem Internet zu uns kommen und real werden. Wir werden zu Zauberern. Aber viel wichtiger, wir sind ein Teil vom Ganzen. Denn wir konsumieren den Konsum über Medien. Medien die für alle sind. Wi...

Die Mauer (Teil 5)

Richard holte aus seinem Rucksack fünf Capes. Sie waren schwarz/weiß und mit einem Muster bedruckt, dass einem QR-Code ähnelte: "Wenn ihr da raus wollt, solltet ihr die überziehen." Luci hielt einen der Umhänge hoch und beäugte ihn misstrauisch. "Nicht gerade unauffällig.", kommentierte sie und zog den Umgang über den Kopf. Der Stoff war leicht und an Schultern, Hüften und an den Knien unförmig ausgestellt. "Tarnfarben sehen anders aus…", stellte Marlene fest. "Können die Dinger ihre Farbe verändern, oder sowas?"  "Müssen sie nicht.", grinste Richard und es war das Grinsen, das er aufgesetzt hatte, als ich ihn zum erste Mal sah. Schelmisch und liebenswert. "Es ist unmöglich sich unsichtbar zu machen." Wir schauten ihn aus unseren Capes stutzig an. "Vor menschlichen Augen würde es vielleicht gehen, aber nicht vor den Kameras an den Drohnen, die in ungefähr fünfzehn Minuten hier sein werden."...

Die Mauer (Teil 4)

Unsere Bombe hatte ein zwei Mal zwei Meter großes Loch in das Haus und dann in die Mauer dahinter gerissen  Als sich der Staub gelegt hatte, konnte ich hindurchsehen. "Das war zu einfach.", rief Richard zu mir. Er kam, genau wie die anderen, zu mir herüber gelaufen. "Wo war die Explosion?, rief Rose enttäuscht. Luci lief schon vor zum Loch: "Sie ist einfach durchgeflogen." "Das Ding war ja wohl auch eher eine Rakete, als eine Bombe.", stellte Marlene fest. Wir gingen langsam vor zu Luci, die vor dem Loch auf die Knie gesunken war. Sie schüttelte ungläubig den Kopf. "Fuck!", schrie sie auf einmal. "Was für eine gigantische Scheiße!" Erschrocken blieben auch wir vor dem Loch stehen. "Wummmms!", eine Erschütterung in der Ferne ließ die Erde erbeben.  "Klingt so, als wäre unser Bombe doch noch irgendwo eingeschlagen.", bemerkte ich. Ziemlich weit weg sah ich Rauch aufsteigen.  Unser Bombe, die tatsächlich eine...

Die Mauer (Teil 3)

Die Mauer (Teil 3) C-Central war der größte Platz in Morgan. Kleine Alleen führten von den Nebenstraßen zum Rondell des Platzes in dessen Mitte ein großer Springbrunnen thronte. Die Architekten hatten sich Mühe gegeben, dem sonst eher praktischen Äußeren des Quartiers Klasse und Eleganz zu verleihen. Morgan war dicht bebaut, aber nicht so hoch, denn es lag an der Mauer, was es für viele Bewohner unserer Kontinenten Gemeinschaft unattraktiv machte. Status und Wohlstand zeigten sich an dem Level, auf dem man lebte. Je höher das Level war, desto angesehener war man und umso weiter oben lebte man. Doch in Morgan gab es nur maximal fünf Stockwerke. Niemand sollte hinter die Mauer schauen. Ich stellte mein E-Bike direkt am Brunnen ab. Aus den Augenwinkeln hatte ich die anderen schon entdeckt. Alle, außer Richard. “Wo war er nur?”, fragte ich mich und richtete meinen Blick auf den Brunnen, der auf den ersten Blick, dem Modell unseres Sonnensystems nachempfunden war. Doch es gab einen en...

Die Mauer (Teil 2)

Als ich die Treppen herunter lief, musste ich an die Bombe denken. Hatte ich alles richtig berechnet? War der Behälter richtig verschweißt? Funktionierte die Elektronik? Waren die anderen schon an der Mauer angekommen? Man hatte die Häuser direkt an die Mauer gebaut. Fünf Etagen. Direkt nebeneinander. Bunte Häuser. Jedes in einer anderen Farbe. Die Mauer sollte unsichtbar bleiben. Unangreifbar. Keinen Platz für Graffiti und Müll bieten. Und doch konnte man immer wieder Botschafter auf ihr entdecken. Als ich neun Jahre alt war und wegen eines Streits mit meiner Mutter nicht schlafen konnte und im Bett meine Lieblingscomics von Bo Hin dem Meisterdetektiv las, entdeckte ich einen Schatten am Fenster. Ich dachte mir nichts dabei und legte mich schlafen. Später in der Nacht schreckte ich, durch ein Geräusch von draußen, aus meinem Schlaf hoch. Ohne zu überlegen rannte ich zum Fenster und drückte den Knopf, der die Abschattung hochfahren ließ. "Mist!", hörte ich eine Stimme ...

Die Mauer

Als ich klein war, lebte ich an der Mauer. Allen Kindern wurde damals die gleiche Geschichte erzählt: Marox und seine Herde schwarzer Trolle wohnten im Land Mosak, hinter der Mauer. Die Trolle waren klein, schnell und sie würden jede Gelegenheit nutzen, hinter die Mauer zu gelangen. Deswegen war die Mauer 33 Meter hoch und fünf Meter dick. Die Häuser, die nah an sie heran gebaut waren, waren niedriger als die übrigen Häuser. Niemand konnte auf die andere Seite sehen.Wer dem Marox jemals in die Augen schauten sollte, könnte ihm keinen Wunsch abschlagen. Er würde sich in sein Gehirn einnisten, wie ein Parasit, ihm alle Freude am Leben nehmen und ihn dazu verführen, die Mauer zu zerstören. Dann würden er und seine Trolle uns überrennen und auffressen. Durch das offene Fenster drang der Lärm der Wetterjäger, die aufstiegen um den Tornado zu bekämpfen, der sich gerade an Ostküste bildete. Mein Vater war einer der Piloten. Als ich dreizehn war, bekam er die Stelle und wir zogen weg von d...

Pixel

Gepriesen seist du hohe Auflösung. Während ich nach deiner Anweisungen Kunde Pixelberge verschiebe, hinter deren Erhebung der Nichtsnutz Sinn für immer verschwindet. Gepriesen seist du Internet für deine Toleranz, mit der du die Vielfalt der im “Kreativen Prozess” verwahrlosten Pixel widerspruchslos in dich aufnimmst.