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Der Berliner im Brandenburg der Brandenburger

Er durchschritt die Wälder von Brandenburg. Zu entführen den Pilz, von dem schaurigen Ort. Wie konnte er wissen, wie konnte er sehn? Vergiftetes Blut floss durch seine Ven'. Jeder Schritt trug ihn tiefer, immer tiefer hinein. Durchnässter Turnschuh über Stock und Stein. Nichts ahnend, in der Tiefe, weit unter ihm,  Der Pilze tuscheln: Sie jagen ihn. Auf der Lichtung da, in feurigem Schein. Bunt, strahlende Pilze, auf einem Schrein. Er hetzte er stürmte, da traf ihn das Beil. Der Kopf gespalten von des Brandenburgers Keil. Das gammlige Blut, von der Seuche des C, Hepafiltarius-Covididiotius Ade, In den Boden, wo einst stand, die brennende Burg, Wo Hexe und Teufel feierten des Antichrist Geburt. Hüte dich Berliner, geh nicht in den Wald! Er ist schon da, er macht dich kalt.

Wer weiß?

Wer weiß schon, was in den Tränen versteckt ist, was Wasser und Salz verbergen? Nur Eines ist gewiss:  Die Quelle ist noch nicht ausgetrocknet.

Shut the fuck up

Deutsches wohlfeiles Gerede über Rassismus. Schwarze Buchstaben gepresst in weißes Papier. Nenn es "kritischen Journalismus". Unsere "moderne Welt" aufgebaut auf dem Boden aus Blut, Gold und Kolonialismus. "Sorry Welt, aber wir sind so toll, bedient euch aus unseren Abfluss." Weiß, die Farbe, die alles heller macht. Schwarz, die Farbe, wie finstere Nacht. Weiße mixen alles mit Weiß, denn Weiß sein, ist Macht. Just shut the fuck up, weißer Mann und hau ab.

Frage (4. März 2020)

Die Frage ist, welche Rolle wir spielen wollen und nicht wer wir sind. Hamlet ist gefangen in der Handlung des Spiels, wir sind es nicht. Ergeben wir uns, wenn auch widerwillig, in das Spiel, oder verlassen wir die Bühne mit uns, aber ohne Ich im Gepäck und handeln wider der Dramaturgie. #inselnderunordnung

hochfahren

Die Fußstapfen auf dem Boden verblassen. Laufen in das Nichts, das die Welt geworden ist. Da wachsen die Blumen, da die Müllberge. Im Kopf zu Hause eingeschlossen. Wirrwarr. Aufwachen.  HygieneDeutsche. AngstDeutsche. Opositionslos Deutsch. Kein Virus beschneidet meine Rechte. Es gibt keinen unsichtbaren Feind. Platzangst und das Wissen für Freiheit kämpfen zu müssen.  Verdrängung und Ablenkung.  Die Angst vor dem Anderen. Das Lächeln hinter einer Maske eingefroren. Die Tränen fallen in das schwarze Loch. Herz wird Stein und zerspringt am Gefühl. Zersplittertertes Ich. Da ist kein sozial in Social Distancing. Virus eint nicht, sondern macht krank. System Error. Selbstgespräche in die frische Luft des Frühlings. Eine Zimmerpflanze stirbt, Mehltau auf den Rosen.

was ist was wird (2. April)

Angst ist der Weg zur dunklen Seite.  Ein dämliches Star Wars Zitat und doch, ist die Angst, die Entscheidung, die eine Mehrzahl der Menschen zur Zeit zu treffen, bereit ist.  Kontaktverbote und Bußgeldkataloge sprechen die Sprache der Angst. Wer sie stillschweigend akzeptiert, geht diesen Weg.  Es geht mir hier nicht um Sinn oder Unsinn von Maßnahmen, sondern um uns Menschen.  Misstrauen, Hilflosigkeit, Einsamkeit, Klaustrophobie sind die Folgen der Maßnahmen. Die dunkle Seite eben. Was macht das alles mit uns? Wollen wir das? All jene, die denken, das diese Maßnahmen wirklich in dieser Art nötig sind, empfehle ich Episode IV-VI oder einen Blick in die Geschichtbücher gar nicht so weit entfernter deutscher Geschichte.

Ruine Mensch

Und die Ruine war ein Mensch. Kaum noch zu erkennen. "Wer bist du?", fragte der bunte Vogel da hinein, wo einst ein Herz war. Die Frage hallte, auf einem kalten Windhauch reitend, zurück.  Der Vogel flog weiter und ließ das, was von dem Mensch noch war, allein zurück. Doch was war da noch, als abstoßende Kälte und das zerfallende Gefängnis eines Körpers, der einst, nur mit seiner Phantasie, ganze Welten erschaffen konnte? Die Hülle, erzählte der Vogel später seinen Kindern, schütze früher einen Raum aus Angst. Eingesperrt konnte sie nicht heraus. Die Angst schwach zu sein, zerbrechlich zu sein und fehlbar zu sein, ließ die Hülle versteinern und das Innere ohne Licht und Tränen austrocknen und verdorren.  Das konnten die Vogelkinder nicht verstehen und auch der bunte Vogel nicht.

was ist was wird (16. März 2020)

Sein einiger Zeit schreibe ich an einer Geschichte, die in einem Stadtkontinent spielt, welcher sich vor hundert Jahren, nach einem weltweit verbreiteten Virus, vom Rest der Welt abgeschottet hat. Den Virus bekämpft hat und alle die, in das Land fliehen wollten, ausgeschossen und bekämpft hat.  Auf die anfängliche Solidarität der Menschen folgte schnell Egoismus und Nationalismus. Das Vorgehen an den Grenzen wurde gebilligt. Den Krieg führten Drohnen aus, die den Virus nicht bekamen. So allarmierend die Situation auch gerade ist, so trifft sie uns längst nicht so heftig, wie den Rest der Welt. Der Kampf um den Wirkstoff gegen den Virus lässt erahnen, wo der Hase langläuft und die Diskussion darum, ist gespickt mit nationalen Gedanken. Grenzen werden geschlossen, Angst wird geschürt, wichtige Themen und Auseinandersetzungen finden nicht statt.  Wir müssen die Augen offen haben, sonst merken wir zu spät, das wir eine totale Überwachung und Abschottung zum eigenen Wohl gegen ande...

Schlimmer

Im Meer schwimmen die Leichen. Tod von dem keine Waffenindustrie profitiert. Mein Kopf auf dem Daunenkissen. Mein Fuß im luftgepolsterten Schuh. Was ist der Unterschied zwischen Depression und Leben? Gegen den Fallout unseres Kollonialismus tragen wir die Schutzmäntel in Schwarz Rot Gold. Die Schuld landet auf gut gepolsterten Schultern. Die Rolle des Protagonisten ist uns abhanden gekommen, wie der Glaube an das Gute. Gegen die Menschlichkeit reißen die Zacken der Sterne Europas Löcher in Haut und Knochen. Am Ende ist alles nur: Verteidigung der leeren Hülle Konsum. Weiter geht es schlimmer.

Wo ist die Sonne?

Im Hausflur war es dunkel. Schwaches Licht schien durch die Fenster. Das zehn Uhr Licht des Winters. Grau, dreckig und kalt. Trotzdem ließ ich das Licht aus.  Nachdem das Flurlicht zwei Monate lang defekt war, hatte die Hausverwaltung die alten Glühbirnen, durch gleißend, hellblau leuchtende LED Birnen ersetzt. Schaltete man sie ein, wurde man schlagartig in ein High Tec Grusellabor eines Pharmariesen gebeamt, der Ohren und andere Körperteile auf der Haut von Mäusen wachsen lässt. Ich blieb stehen. Auf was wartete ich? Ich hörte mich schwer ausatmen und mit dem Verklingen des Atemgeräusches, hatten sich winzige Sonnenstrahlen durch die dreckigen Flurfenster gekratzt. Sie war also noch da, die Sonne. Mit wachsender Energie lief, nein sprang ich die Treppen hinunter, nur um auf dem nächsten Absatz festzustellen, dass die Sonne schon wieder verschwunden war. Ich versuchte aus dem Fenster einen Blick auf den Himmel zu erhaschen, doch der Hinterhof war zu klein, die Häuser zu hoch und d...