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Es werden Posts vom September, 2019 angezeigt.

Die Mauer (Teil 5)

Richard holte aus seinem Rucksack fünf Capes. Sie waren schwarz/weiß und mit einem Muster bedruckt, dass einem QR-Code ähnelte: "Wenn ihr da raus wollt, solltet ihr die überziehen." Luci hielt einen der Umhänge hoch und beäugte ihn misstrauisch. "Nicht gerade unauffällig.", kommentierte sie und zog den Umgang über den Kopf. Der Stoff war leicht und an Schultern, Hüften und an den Knien unförmig ausgestellt. "Tarnfarben sehen anders aus…", stellte Marlene fest. "Können die Dinger ihre Farbe verändern, oder sowas?"  "Müssen sie nicht.", grinste Richard und es war das Grinsen, das er aufgesetzt hatte, als ich ihn zum erste Mal sah. Schelmisch und liebenswert. "Es ist unmöglich sich unsichtbar zu machen." Wir schauten ihn aus unseren Capes stutzig an. "Vor menschlichen Augen würde es vielleicht gehen, aber nicht vor den Kameras an den Drohnen, die in ungefähr fünfzehn Minuten hier sein werden."...

Die Mauer (Teil 4)

Unsere Bombe hatte ein zwei Mal zwei Meter großes Loch in das Haus und dann in die Mauer dahinter gerissen  Als sich der Staub gelegt hatte, konnte ich hindurchsehen. "Das war zu einfach.", rief Richard zu mir. Er kam, genau wie die anderen, zu mir herüber gelaufen. "Wo war die Explosion?, rief Rose enttäuscht. Luci lief schon vor zum Loch: "Sie ist einfach durchgeflogen." "Das Ding war ja wohl auch eher eine Rakete, als eine Bombe.", stellte Marlene fest. Wir gingen langsam vor zu Luci, die vor dem Loch auf die Knie gesunken war. Sie schüttelte ungläubig den Kopf. "Fuck!", schrie sie auf einmal. "Was für eine gigantische Scheiße!" Erschrocken blieben auch wir vor dem Loch stehen. "Wummmms!", eine Erschütterung in der Ferne ließ die Erde erbeben.  "Klingt so, als wäre unser Bombe doch noch irgendwo eingeschlagen.", bemerkte ich. Ziemlich weit weg sah ich Rauch aufsteigen.  Unser Bombe, die tatsächlich eine...

Die Mauer (Teil 3)

Die Mauer (Teil 3) C-Central war der größte Platz in Morgan. Kleine Alleen führten von den Nebenstraßen zum Rondell des Platzes in dessen Mitte ein großer Springbrunnen thronte. Die Architekten hatten sich Mühe gegeben, dem sonst eher praktischen Äußeren des Quartiers Klasse und Eleganz zu verleihen. Morgan war dicht bebaut, aber nicht so hoch, denn es lag an der Mauer, was es für viele Bewohner unserer Kontinenten Gemeinschaft unattraktiv machte. Status und Wohlstand zeigten sich an dem Level, auf dem man lebte. Je höher das Level war, desto angesehener war man und umso weiter oben lebte man. Doch in Morgan gab es nur maximal fünf Stockwerke. Niemand sollte hinter die Mauer schauen. Ich stellte mein E-Bike direkt am Brunnen ab. Aus den Augenwinkeln hatte ich die anderen schon entdeckt. Alle, außer Richard. “Wo war er nur?”, fragte ich mich und richtete meinen Blick auf den Brunnen, der auf den ersten Blick, dem Modell unseres Sonnensystems nachempfunden war. Doch es gab einen en...

Die Mauer (Teil 2)

Als ich die Treppen herunter lief, musste ich an die Bombe denken. Hatte ich alles richtig berechnet? War der Behälter richtig verschweißt? Funktionierte die Elektronik? Waren die anderen schon an der Mauer angekommen? Man hatte die Häuser direkt an die Mauer gebaut. Fünf Etagen. Direkt nebeneinander. Bunte Häuser. Jedes in einer anderen Farbe. Die Mauer sollte unsichtbar bleiben. Unangreifbar. Keinen Platz für Graffiti und Müll bieten. Und doch konnte man immer wieder Botschafter auf ihr entdecken. Als ich neun Jahre alt war und wegen eines Streits mit meiner Mutter nicht schlafen konnte und im Bett meine Lieblingscomics von Bo Hin dem Meisterdetektiv las, entdeckte ich einen Schatten am Fenster. Ich dachte mir nichts dabei und legte mich schlafen. Später in der Nacht schreckte ich, durch ein Geräusch von draußen, aus meinem Schlaf hoch. Ohne zu überlegen rannte ich zum Fenster und drückte den Knopf, der die Abschattung hochfahren ließ. "Mist!", hörte ich eine Stimme ...