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Roter Riese, Weißer Zwerg

Über der Stadt ging die Sonne auf. Ein gleißend gelber Fremdkörper. Ihre Strahlen stachen in das Grau der Fassaden, die es auffraßen und schlugen gegen die Fensterscheiben der Wolkenkratzer, die es kalt zurück schickten.  Doch die Sonne beschloss zu bleiben. Ihr kam es nicht in den Sinn, dass sie vielleicht ihre Energie verschwenden würde, um all das hier am Leben zu erhalten. Sie würde brennen. Brennen, bis ihr Ende, das Ende Aller besiegeln würde.

Warten

  Die Aufgabe bestand darin, den Frühling zu fangen. Er ließ dieses Jahr auf sich warten und noch bevor die Menschen vergaßen, das Grün die Farbe der Natur war, schickte man nach drei HeldInnen. EINS fand den Weg nicht. (Irgendwas mit dem Navi.) ZWEI wollte das Staffelfinale ihrer Lieblingsserie nicht verpassen. DREI war da und bereit. Langschwert, Doppelaxt und Hellebarde hatte sie gen Himmel gestreckt und wartete. Unzählige Augen, (in Wirklichkeit Handys), waren auf sie gerichtet. Graupel, Hagel und Wind peitschten um ihr Gesicht, das steinern allen Widrigkeiten trotzte. Sie wartete. Live Ticker tickten. Berichteten im Minuten Takt von unfassbar … belanglosen Dingen. Da ein Trieb unter der Schneedecke. Nein, doch nicht. Nur der Schnabel einer angenagten Taube. So verging die Zeit. Und der Social Media Content füllte die Serverfarmen mit nichts Grünem. Bis, ja bis der Ticker nur noch darauf wartete, dass DREI aufgeben würde. Doch sie gab nicht auf. Sie blieb stehen. ...

unspoken

Irgendwo dazwischen Liegen Gefühle Bunte Geister jetzt grau geworden Im Licht ist ihre Farbe noch zu erkennen Reflexe blitzen Sekundenregenbogen Aus dem unmögliche Rezeptbuch: Man mixe Gleichgültigkeit mit Explosion Doch trotz allem ist Frühling Und das Schokoladeneis schmeckt.

Der Krieg als leerer Ort

Der Krieg kam still über das Land. Er war weder Feuer, noch Angst Er war wie eine Decke. Über uns, neben uns , unter uns In uns war längst Krieg. Ein Krieg der nie aufhörte Bei dem wir immer wieder verloren Das Außen war uns egal geworden. Wir waren im Krieg mit uns. So konnte der Krieg sich satt fressen an unserer Gleichgültigkeit. Wir hatten uns an einen Ort zurück gezogen, von dem wir glaubten, dass er nur uns gehörte. Doch ohne andere, war dieser Ort nur leer.

Der Berliner im Brandenburg der Brandenburger

Er durchschritt die Wälder von Brandenburg. Zu entführen den Pilz, von dem schaurigen Ort. Wie konnte er wissen, wie konnte er sehn? Vergiftetes Blut floss durch seine Ven'. Jeder Schritt trug ihn tiefer, immer tiefer hinein. Durchnässter Turnschuh über Stock und Stein. Nichts ahnend, in der Tiefe, weit unter ihm,  Der Pilze tuscheln: Sie jagen ihn. Auf der Lichtung da, in feurigem Schein. Bunt, strahlende Pilze, auf einem Schrein. Er hetzte er stürmte, da traf ihn das Beil. Der Kopf gespalten von des Brandenburgers Keil. Das gammlige Blut, von der Seuche des C, Hepafiltarius-Covididiotius Ade, In den Boden, wo einst stand, die brennende Burg, Wo Hexe und Teufel feierten des Antichrist Geburt. Hüte dich Berliner, geh nicht in den Wald! Er ist schon da, er macht dich kalt.

Wer weiß?

Wer weiß schon, was in den Tränen versteckt ist, was Wasser und Salz verbergen? Nur Eines ist gewiss:  Die Quelle ist noch nicht ausgetrocknet.

Shut the fuck up

Deutsches wohlfeiles Gerede über Rassismus. Schwarze Buchstaben gepresst in weißes Papier. Nenn es "kritischen Journalismus". Unsere "moderne Welt" aufgebaut auf dem Boden aus Blut, Gold und Kolonialismus. "Sorry Welt, aber wir sind so toll, bedient euch aus unseren Abfluss." Weiß, die Farbe, die alles heller macht. Schwarz, die Farbe, wie finstere Nacht. Weiße mixen alles mit Weiß, denn Weiß sein, ist Macht. Just shut the fuck up, weißer Mann und hau ab.