Warten

 

Die Aufgabe bestand darin, den Frühling zu fangen.

Er ließ dieses Jahr auf sich warten und noch bevor die Menschen vergaßen, das Grün die Farbe der Natur war, schickte man nach drei HeldInnen.

EINS fand den Weg nicht. (Irgendwas mit dem Navi.) ZWEI wollte das Staffelfinale ihrer Lieblingsserie nicht verpassen. DREI war da und bereit. Langschwert, Doppelaxt und Hellebarde hatte sie gen Himmel gestreckt und wartete. Unzählige Augen, (in Wirklichkeit Handys), waren auf sie gerichtet. Graupel, Hagel und Wind peitschten um ihr Gesicht, das steinern allen Widrigkeiten trotzte.

Sie wartete. Live Ticker tickten. Berichteten im Minuten Takt von unfassbar … belanglosen Dingen.

Da ein Trieb unter der Schneedecke. Nein, doch nicht. Nur der Schnabel einer angenagten Taube.

So verging die Zeit. Und der Social Media Content füllte die Serverfarmen mit nichts Grünem.

Bis, ja bis der Ticker nur noch darauf wartete, dass DREI aufgeben würde.

Doch sie gab nicht auf. Sie blieb stehen. Wissend, dass es nichts gab, was den Frühling aufhalten oder einfangen konnte. Er würde kommen.

Doch, so ließ sie sich, als alles vorbei war zitieren: Er würde nicht bleiben.

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